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Lastprofilverfahren

In unserem Netzgebiet kommen für die Belieferung von Kunden ohne registrierende Leistungsmessung standardisierte Lastprofile nach dem synthetischen Verfahren zur Anwendung.

Die normierten Lastprofile werden unseren Stromlieferanten im Rahmen der Datenlieferung gemäß den „Marktregeln zur Bilanzkreisabrechnung Strom“ (MaBiS) elektronisch zur Verfügung gestellt.

Sie finden auf dieser Seite Informationen zu

  • SLP: Standardlastprofile für Haushalt, Gewerbe, Landwirtschaft, Straßenbeleuchtung, Elektromobilität
  • TLP: Tagesparameterabhängige Lastprofile, hier temperaturabhängige Lastprofile für Speicherheizungen und Wärmepumpen sowie Kombinationsprofile Heizung mit Elektromobilität
  • SEP: Standardeinspeiseprofile

Standardlastprofile (SLP)

Die Standardlastprofile sind, entsprechend der MaBiS, auf 1.000.000 kWh normiert.

Die Zuordnung des jeweiligen Standardlastprofiles zum Kunden erfolgt durch den Netzbetreiber. In begründeten Fällen kann die Zuordnung auf Wunsch des Netznutzers geändert werden.

Standardlastprofile für Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft

  • H0   Haushalt, Privatverbrauch, ggf. geringfügig gewerblicher Bedarf 
  • G0   Gewerbe allgemein, Mittelwert der Gesamtgruppe
  • G1   Gewerbe, werktags 8-18 Uhr (Büros, Arztpraxen, Werkstätten, Verwaltungseinrichtungen ...)
  • G2   Gewerbe, Überwiegender Verbrauch in den Abendstunden (Abendgaststätten, Freizeiteinrichtungen, Sportvereine, Fitnessstudios, Solarien ...)
  • G3   Gewerbe durchlaufend (Kühlhäuser, Pumpen, Gemeinschaftsanlagen, Zwangsbelüftung ...)
  • G4   Gewerbe, Läden aller Art, Friseur
  • G5   Gewerbe, Bäckerei mit Backstube
  • G6   Gewerbe, Wochenendbetrieb (Schwerpunkt) (zum Beispiel Gaststätten, Ausflugslokale, Kinos, Sporteinrichtungen ...)
  • L0   Landwirtschaft allgemein, Mittelwert der Gesamtgruppe

Ergänzende Informationen wie Tagesarten, Saisonarten, Feiertage

Der Jahresverlauf der BDEW-Standardlastprofile wird durch Aneinanderreihung von Tagesprofilen generiert, die durch Tagesarten und Saisonarten charakterisiert sind. Das Haushaltsprofil H0 wird mit der Dynamisierungsfunktion des BDEW dynamisiert.

Tagesarten:

Werktag, Samstag, Sonntag

Feiertage erhalten das Sonntagsprofil, 24.12. und 31.12. erhalten das Samstagsprofil, sofern sie nicht auf einen Sonntag fallen.

Als Feiertage gelten alle gesetzlichen Feiertage am Standort München:

Neujahrstag, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, Maifeiertag, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Fronleichnam, Maria Himmelfahrt, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen, 1. Weihnachtstag, 2. Weihnachtstag

Saisonarten:

  • Winter: 01.11. bis 20.03.
  • Sommer: 15.05. bis 14.09.
  • Übergang: 21.03. bis 14.05. und 15.09. bis 31.10.

Standardlastprofile für Straßenbeleuchtung

Für die öffentliche Straßenbeleuchtung gilt das Standardlastprofil:

  • SBN Straßenbeleuchtung mit realer Messung
  • SBV Straßenbeleuchtung mit virtueller Messung

Standardlastprofile für Elektromobilität

Für Ladepunkte (Ladesäulen) für Elektromobile gelten die nachfolgenden Standardlastprofile:

  • EO eMobility ohne Sperrzeiten
  • EM eMobility mit Sperrzeiten

Standardlastprofil für Bandlastlieferungen

Für Bandlastlieferungen (> 7.000 Benutzungsstunden/Jahr) kann ein Bandlastprofil angewendet werden.

  • BD Bandlast

Tagesparameterabhängige Lastprofile (TLP)

Tagesparameterabhängige Lastprofile werden für temperaturabhängige Verbraucher, wie Speicherheizungen und Wärmepumpen, angewendet. Die Zuordnung der Lastprofile erfolgt durch den Netzbetreiber. In begründeten Fällen kann die Zuordnung auf Wunsch des Netznutzers geändert werden.

Die temperaturabhängigen Lastprofile sind unabhängig vom Jahresstromverbrauch und der installierten Leistung anwendbar, das heißt, die SLP-Anwendungsgrenze von 100.000 kWh/a gilt nicht.

Unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen werden mit Zustimmung des Netzbetreibers nach den dafür geltenden Regeln der Technik und den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers angeschlossen und bestimmungsgemäß betrieben. Die Unterbrechung bzw. Freigabe der Verbrauchseinrichtungen erfolgt grundsätzlich über die Rundsteueranlage des Netzbetreibers.

Temperaturabhängige Lastprofile für Speicherheizung, Wärmepumpe und Direktheizung

Folgende Lastprofile (TLP) stehen zur Verfügung:

HZ0 Speicherheizung:

Für Speicherheizung getrennte Messung: Hier sind zwei Zähler vorhanden, einer für Heizung und Warmwasserbereitung und einer für die übrigen Anlagen des Kunden. Bei einem Lieferantenwechsel müssen beide Zählpunkte getrennt gemeldet werden.

Für Speicherheizung gemeinsame Messung: Hier ist nur ein Zähler vorhanden, an den die Heizung und die übrigen Anlagen des Kunden angeschlossen sind. Diese Variante gibt es nur noch bei Bestandsanlagen. In diesem Fall erfolgt eine rechnerische Aufteilung auf Speicherheizungs- und Allgemeinverbrauch. Der Allgemeinverbrauch wird über ein zusätzliches Standardlastprofil (SLP) abgebildet.

Allgemeinverbrauch = HT-Verbrauch x 1,25 und Verbrauch Speicherheizung = NT-Verbrauch – (0,25 x HT-Verbrauch).


HZ2 Wärmepumpen und Direktheizung:

Für Wärmepumpen und Direktheizung getrennte Messung 

Temperaturabhängige Kombinationsprofile Heizung mit Elektromobilität

Hierbei werden Heizungsprofile (TLP) kombiniert mit Profilen (SLP) für Elektromobilität. Folgende Kombinationsprofile (TLP) stehen zur Verfügung

HE0 Kombination des Profils HZ0 mit E0

Die Speicherheizung wird mit dem Ladepunkt auf einen gemeinsamen Zähler gehängt. 

HE2 Kombination des Profils HZ2 mit E0

Die Wärmepumpe oder Direktheizung wird mit dem Ladepunkt auf einen gemeinsamen Zähler gehängt.

 
 
 

Anleitung zur Erstellung der kombinierten Profile

In folgendem Dokument finden Sie weitere Informationen und eine Anleitung zur Erstellung der Kombinationsprofile Heizung mit Elektromobilität.

Ergänzende Informationen wie Temperaturmessstelle, Temperaturanbieter, Temperaturkennzahlen

Die Lastprofile werden als Kurvenscharen in 1 °C-Schritten für einen Temperaturbereich von -17 °C bis 17 °C zur Verfügung gestellt. Die Normierung erfolgt gemäß "Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom" (MaBiS) auf 300 kWh/K und Tag. Die ¼-h-Werte sind auf drei Kommastellen angegeben.

Als Bezugstemperatur TBezug ist für alle temperaturabhängigen Lastprofile 17 °C festgelegt. Oberhalb dieser Temperatur bleibt das Lastprofil gleich. Es wird also das Lastprofil für 17 °C benutzt.

Als Auslegungstemperatur (tiefste Temperatur) für alle temperaturabhängigen Lastprofile ist -17 °C festgelegt. Unterhalb dieser Temperatur bleibt das Lastprofil gleich. Es wird also das Lastprofil für -17 °C benutzt.

Die Temperaturmessstelle ist für das ganze Netzgebiet des Netzbetreibers "München-Flughafen" (DWD Station 10870).  Der Temperaturanbieter ist die meteomedia (Code: ZT2).

Die äquivalente Tagesmitteltemperatur (Tm,ä) wird mit den Gewichtungsfaktoren gemäß „Abschlussbericht Bestimmung von Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen“ ermittelt: Tm,ä = 0,5 Tm(d) + 0,3 Tm(d-1) + 0,15 Tm(d-2) + 0,05 Tm(d-3)

Die Tagesmitteltemperatur wird mit einer Kommastelle angegeben. Die äquivalente Tagesmitteltemperatur wird auf ganze °C gerundet.

Die spezifische elektrische Arbeit [kWh/K] an der Entnahmestelle beschreibt das kundenindividuelle Verbrauchsverhalten und ergibt sich aus der Division der im Ablesezeitraum entnommenen elektrischen Arbeit durch die Summe der Temperaturmaßzahlen dieses Zeitraums.

Die Temperaturmaßzahl errechnet sich nach der Gleichung: TMZ = TBezug - Tm,ä

Für Kombinationsprofile muss die Temperaturmaßzahl zur Berechnung der spezifischen Arbeit gemäß der folgenden Gleichung umgerechnet werden 𝑇𝑀𝑍𝑛𝑒𝑢 = 𝑇𝑀𝑍 ∙3,7/33 + 29,3/33

Erläuterungen zur Umrechnung der TMZ können der Umsetzungshilfe für Kombinationsprofile entnommen werden.

Die Begrenzungskonstante ist auf 1 gesetzt.

Weitere Informationen und Dokumente finden Sie beim BDEW unter: https://www.bdew.de/energie/standardlastprofile-strom, zum Beispiel:

  • Abschlussbericht "Bestimmung von Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen"
  • Praxisleitfaden "Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen"
  • Abschlussbericht "Bestimmung von Lastprofilen für Wärmepumpen"

Standardeinspeiseprofile (SEP)

Die Standardeinspeiseprofile (SEP) sind, entsprechend der „Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom“ (MaBiS), auf 1.000.000 kWh normiert.

Es gelten folgende Standardeinspeiseprofile:

  • E01   sonstige Einspeiser
  • E23   Wasserkraftanlagen
  • E24   Deponie-, Klär-, oder Grubengas
  • E27   Biomasse/Biogas
  • E29   Onshore-Windenergieanlagen

Die Zuordnung des jeweiligen Standardeinspeiseprofils zum Kunden erfolgt durch den Netzbetreiber.

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