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Sonnenstrom: Ein Börsenjahr im Ausnahmezustand

Sonnenstrom: Ein Börsenjahr im Ausnahmezustand
Foto: stock.adobe.com – Soonthorn

Außergewöhnlich – so lässt sich heute schon das Jahr 2022 zusammenfassen, wenn man die Preisentwicklung für Sonnenstrom betrachtet. Von 11,87 Cent im Februar stiegen die Preise auf den historischen Marktwert von 39,9 Cent pro Kilowattstunde im August, um im Oktober wieder auf das Jahresanfangsniveau zu fallen. Ein Börsenjahr im Ausnahmezustand.  

Schon der Start ins Börsenjahr 2022 unterschied sich von den Vorjahren: 2019 und Anfang 2021 lagen der Marktwert, also der monatliche Durchschnittswert, den Sonnen-, Wind-, Wasserenergie und Energie aus Biomasse an der Börse erzielen (s. auch „Ergänzende Hintergrundinformationen“), noch zwischen 4,8 und 5,9 Cent pro Kilowattstunde. Nach ersten Preisspitzen im Winter 2021 mit Werten um die 27 Cent, fiel der Preis Anfang 2022 zwar wieder, pendelte sich aber auf 11,87 Cent ein – und lag damit immer noch doppelt so hoch wie in den Vorjahren.

Rekordhoch im August mit fast 40 Cent pro Kilowattstunde

Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Preise allerdings wieder und immer weiter an Fahrt auf, bis der Marktwert für Sonnenstrom im August das historische Rekordhoch von fast 40 Cent (39,9 Cent) erreichte – und sich damit seit Juni 2022 in nur zwei Monaten nahezu verdoppelt hatte.  

Bayernwerk zahlt erstmals keine Marktprämie aus

Ein beachtlicher Preissprung, der auch für das Bayernwerk zu einem einmaligen Ereignis führte: Denn mit dem Spitzenmarktwert bei Solarstrom hat das Unternehmen im August erstmals seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes keine Marktprämie ausbezahlt. Denn die Betreiber von Wind- und Wasserkraftanlagen bekommen aufgrund von Marktwerten im Allzeithoch schon seit September 2021 keine Marktprämie mehr (mehr Details s. „Ergänzende Hintergrundinformationen“)

Sinkflug der Preise seit September

Nach dem Ausnahme-August 2022 sind die Marktwerte für Sonnenstrom wieder im Sinkflug – und nach immer noch stattlichen 30 Cent im September im Oktober 2022 auf 12,9 Cent gesunken, im November stand der Wert bei 15,3 Cent. Der Oktober zeigte den zweitniedrigsten Solarstrompreis in diesem Jahr – und für den sonnenärmeren Monat mit weniger Sonnenstromproduktion auch wieder unüblich. Denn eigentlich zeigt die Tendenz bei den Sonnenstrompreisen in den Wintermonaten eher nach oben. Auch anders als im Oktober des vergangenen Jahres: Stunden mit negativen Strompreisen gab es im Oktober 2022 nicht.

Ähnliche Herbstentwicklung bei Biomasse und Wind

Die Entwicklung bei den Marktwerten für Windkraft an Land und auf See verläuft ähnlich wie bei Sonnenstrom. Nach knapp unter 30 Cent pro Kilowattstunde im September haben sich die Marktwerte im Oktober mehr als halbiert – und lagen für Strom aus Windkraftanlagen an Land bei 12,7 Cent pro Kilowattstunde und für Strom aus Windkraftanlagen auf See bei 13,7 Cent pro Kilowattstunde.

Für Kleinanlagenbetreiber alles beim Alten

Betreiber von kleinen und kleineren Photovoltaik-Dachanlagen, die sich nicht in der Direktvermarktung befinden, können sich zurücklehnen: Für sie hat sich in diesem Jahr rein gar nichts geändert und sie profitieren von der festen Vergütung ihres eingespeisten Sonnenstroms.

 

 

 

Ergänzende Hintergrundinformationen

Direktvermarktung von Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen

Der Marktwert ist der monatliche Durchschnittswert, den Sonnen-, Wind-, Wasserenergie und Energie aus Biomasse an der Börse erzielen. Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung ab 100 Kilowattpeak lassen ihn durch sogenannte Direktvermarkter verkaufen.
Die Marktprämie, die wir als Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber auszahlen, stockt den Marktwert zum sogenannten anzulegenden Wert auf – und der hat die Höhe der fixen EEG-Vergütung. Oder anders ausgedrückt:

Marktwert + Marktprämie = anzulegender Wert

Die Marktprämie zahlen, wie beschrieben, wir als Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber – und zwar immer dann, wenn der Marktwert unter dem anzulegenden Wert liegt. Bis August 2021 war das bei Wasser- und Windstrom immer der Fall, bei Sonnenstrom bis Juli 2022. Nachdem im August 2022 auch Sonnenstrom an der Börse für fast 40 Cent gehandelt wurde, zahlte das Bayernwerk in diesem Monat erstmals keinen Cent an Marktprämie aus. Bis jetzt ein einmaliger Ausnahmemonat in einem Ausnahmejahr.